Feuerwehr wird künftig nicht mehr über Sirenen alarmiert werden

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Wenn es brennt, können die Feuerwehrleute heute zur Not auch per Sirene aufgeboten werden. Doch dieses System fällt nun bald weg.

Mit Telefon 118 kann man die Feuerwehr alarmieren, wenn es brennt. Wie aber bietet die Feuerwehr wiederum ihre Einsatzkräfte auf? In der Regel per Telefon (Festnetz oder Mobiltelefon) oder per Pager. Im Kanton Schaffhausen gibt es aber noch eine Möglichkeit: den Sirenenalarm.

Dieser soll nun jedoch per Anfang 2015 abgeschaltet werden. Dies schreibt die Schaffhauser Kantonsregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage von Kantonsrat Josef Würms (SVP, Ramsen). Würms wollte wissen, wie die Alarmierung der Feuerwehr künftig erfolge. Eigentlich, schreibt die Regierung, sei die Sirene nur für zwei Alarmierungszeichen vorgesehen, den allgemeinen Alarm und den Wasseralarm . Der Bund ging ab 2004 daran, nur noch diese zwei Alarmarten einzusetzen. Der Kanton Schaffhausen hatte jedoch seine Feuerwehralarmierung gerade erst umfassend auf die Sirene umgestellt, schreibt die Regierung. Er erhielt einen Fristaufschub und darf deshalb bis heute im Notfall die Feuerwehr per Sirene aufbieten. Damit nimmt Schaffhausen eine Sonderstellung ein.

 

Hohe Mehrkosten

Gegenwärtig, so die Regierung weiter, installiere das Bundesamt für Bevölkerungsschutz ein neues Alarmierungssystem. Deshalb stünden die Sirenen im Kanton per Anfang 2015 nicht mehr für den Feuerwehralarm zur Verfügung. Wollte man mit dem neuen System weiterhin auch die Feuerwehr aufbieten, könnte dies laut Regierung über hunderttausend Franken kosten. Allerdings ist es so, dass das Feuerwehrinspektorat sowieso seit Jahren ein redundantes System mit Telefon und Pager vorschreibt. Die Sirene ist nur eine Notlösung.

300 Franken pro Pager

In seiner Anfrage schreibt Würms, dass die Landfeuerwehren nun Pager zum Stückpreis von 500 Franken anschaffen müssten, was bei 80 Personen Kosten von 40 000 Franken verursache. Ganz so teuer wird es allerdings laut Regierung nicht. Zurzeit würden die Feuerwehren der Stadt Schaffhausen und dem Wehrdienstverband Oberklettgau solche Geräte beschaffen, für rund 300 Franken pro Pager. Zudem trage die Feuerpolizei 60 Prozent des Pagerpreises. Es geht sogar noch billiger. Bei einer Umfrage des Feuerwehrinspektorats hätten zwei Feuerwehren gemeldet, dass das Ende der Alarmierung über die Sirene zu einem Redundanzproblem führe. Das Feuerwehrinspektorat habe diesen Feuerwehren die Vermittlung nahezu unentgeltlicher, gebrauchter Pager angeboten. Alles in allem, schreibt die Regierung, sei es weder erforderlich noch sinnvoll, weiterhin auf den Sirenenalarm für die Feuerwehren zu setzen.

 

 

Schaffhauser Nachrichten

von  Zeno Geisseler

 

Quelle: shn.ch